Das Gemälde ist das dritte Selbstbildnis, das nach dem Ersten Weltkrieg entstanden ist. Nur dieses – für Frankfurt so typische – gemeinschaftliche Engagement hat es möglich gemacht, dass dieses Meisterwerk nun für immer dort bleiben kann, wo es auch entstanden ist. Das ursprünglich aus der Privatsammlung von Hermann Lange, Krefeld, stammende Hauptwerk seiner Frankfurter Zeit befindet sich bereits seit 2011 als Dauerleihgabe im Städel und erweitert nun dauerhaft die bedeutende Beckmann-Sammlung des Museums. Direktor Philipp Demandt über eine der bedeutendsten Erwerbungen in der Geschichte des Städel.Sarah Omar | 23.10.2020. Max Beckmann. Das Städel hatte schon ein Jahr zuvor, also 1918, begonnen seine Werke zu sammeln. Herr Demandt, Sie haben sich seit Ihrem Amtsantritt vor drei Jahren für den Erwerb des „Selbstbildnis mit Sektglas“ (1919) eingesetzt. Als der nationalsozialistische Bildersturm „Entartete Kunst“ 1937 das Museum um nahezu seine gesamte Sammlung der Klassischen Moderne brachte, war Max Beckmann der am stärksten betroffene Künstler. Vor 80 Jahren, im Sommer 1939, war die Hetzausstellung „Entartete Kunst“ in Frankfurt zu sehen. Mit diesem Selbstporträt kann das Haus seine Sammlung an … Seine gezierte Haltung sowie sein Lächeln vermitteln jedoch mehr als nur den Eindruck ausgelassener Heiterkeit. Sein Lebenswerk: eine moderne Sammlung. Die Jahre in Frankfurt“. Und falls irgendwann vielleicht doch, dann sei es niemals zu bezahlen. Es hieß lange, dass dieses weltweit begehrte Kunstwerk nicht zu verkaufen sei. 1. Er trägt einen, für den Expressionismus der 1920er Jahre typischen Smoking und hält in der linken Hand eine Zigarette … Neben Max Beckmanns „Eisgang“ erinnert heute eine Gedenktafel an seine ehemaligen Besitzer. Vor allem in seinen Selbstporträts: sei es „mit Sektglas“ 1919 oder „vor rotem Vorhang“ 1923: Seine Abendgarderobe ist makellos, die Gestik geziert. Max Beckmann Selbstbildnis mit Glaskugel, 1936 . Philipp Demandt: Tatsächlich war mir der Erwerb dieses Schlüsselwerks ein ganz großer, auch ganz persönlicher Herzenswunsch. Paradoxerweise hat Beckmann zugleich auch die kühle Eleganz und das nervöse Lebensgefühl der „Goldenen Zwanziger Jahre“ so prägnant eingefangen wie kaum ein anderer. Diese Lücke ist nun geschlossen. Maße 65,0 x 55,5 cm Material und Technik Öl auf Leinwand Inventarnummer 2535 Erwerbung Erworben 2020 mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder sowie privater Spenden. Der Tagesspiegel bestaunt die subversiven Strategien, mit denen Carmen Losmanns in ihrer Doku "Oeconomia" Geldexperten auf den Beckmann in Frankfurt: Bilder. Die Jahre, in denen er hier lebte, 1915 bis 1933, war die wohl prägendste Zeit seiner Karriere. Beckmann’s style belies cynical appreciation for Berlin’s decadence. 1937 floh Beckmann, als „entartet“ diffamiert, aus Deutschland. Das Gemälde wurde zum politischen ... von Anna Huber, Blick in den Beckmann-Saal im Städel Museum, Foto: Städel Museum - Norbert Miguletz, Das „Selbstbildnis mit Sektglas“ gehört nun dauerhaft dazu. Von 1915 bis 1933 in Frankfurt ansässig, schuf der Beckmann hier einen Großteil seiner zentralen Werke, entwickelte seinen charakteristischen Stil und unterrichtete ab 1925 als Hochschullehrer an der Städelschule. Es ist somit maßgeblich, den Verbleib des Werks Selbstbildnis mit Sektglas in Deutschland zu sichern“, sagt Frank Druffner, stellvertretender Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder. “Max Beckmann is the new Berlin,” declared the art historian Julius Meier-Graefe in 1924. Er demaskiert die bürgerliche Vergnügungssucht und Oberflächlichkeit nach Kriegsende. Max Beckmann ist einer der wichtigsten deutschen Künstler des 20. Einleitung 2. Das Städel Museum in Frankfurt am Main hat das "Selbstbildnis mit Sektglas" von Max Beckmann erworben. Max Beckmann, Selbstbildnis mit Sektglas, 1919, Öl auf Leinwand, Gemeinsames Eigentum mit der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Bundesrepublik Deutschland und dem Städelschen Museums-Verein, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020. Dass das Selbstbildnis mit Sektglas in unsere Sammlung passt, war spätestens seit 2011 klar, als das Bild als – vorübergehende – Leihgabe hier ans Städel kam. Es ist das einzige Gemälde aus einer kleinen Gruppe ikonisch gewordener Selbstbildnisse Beckmanns, das sich noch in deutschem Privatbesitz befand. Das Selbstbildnis mit Sektglas steht beispielhaft für den Beginn dieser expressiven, konturierenden Übersteigerung, die für Beckmanns Figuren so ungemein charakteristisch werden sollte. Max Beckmann ist heute einer der berühmtesten deutschen Vertreter der Klassischen Moderne – vor allem wegen seiner frühen Rezeption in den USA. Max Beckmanns "Selbstbildnis mit Sektglas" konnte unter anderem mit Mitteln der Ernst von Siemens Kunststiftung für die Sammlung des Städel Museums erworben werden. Stilrichtung 2.4.Narrentreiben als Teil des Welttheaters 2.4.1. Für seine Sammlung hatte er sich von Mies van der Rohe ein Haus in Krefeld errichten lassen, das noch heute als „Haus Lange“ zu besichtigen ist. Dezember im Mittelpunkt der Sonderpräsentation „STÄDELS BECKMANN / BECKMANNS STÄDEL. Teil): Studium in Weimar; Stipendium in Florenz; Beginn der Karriere in Berlin; Sanitätsdienst im 1. Liebling Zu einem Album hinzufügen Teilen. Max Beckmann (1884–1950) Selbstbildnis mit Sektglas, 1919 Öl auf Leinwand, 65,2 x 55,2 x 2,3 cm (ohne Rahmen) Signiert oben links in Ölfarbe: Beckmann Bezeichnet oben links: Frankfurt a/M Sept. 19 WVZ: Göpel 203 Erworben mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder sowie privater Spenden. Sarah Omar | 23.10.2020, In Frankfurt wurde es geschaffen – in Frankfurt wird es nun bleiben: Max Beckmanns ikonisches „Selbstbildnis mit Sektglas“. Während seines gesamten künstlerischen Lebens, von der Jugend bis zum Tod, hat Max Beckmann immer wieder die eigene Person ins Bild gesetzt, mittels Zeichnung, Graphik, Malerei und Plastik. 1919 malte Max Beckmann dieses „Selbstbildnis mit Sektglas“. Das Städel Museum in Frankfurt hat ein besonderes Werk gekauft. In Frankfurt schuf er einen Großteil seiner zentralen Werke, er entwickelte hier seinen charakteristischen Stil. Wieso war Ihnen ausgerechnet dieses Werk so wichtig? 1950 starb er in New York. Das NS-Regime beschlagnahmte große Teile davon und zer... von Iris Schmeisser, Van Goghs berühmtes „Bildnis des Dr. Gachet“ gehörte einst dem Städel – bis die Nationalsozialisten es 1937 beschlagnahmten und zur „entarteten Kunst“ erklärten. Nun hängt das Gemälde seit fast einem Jahrzehnt schon als Dauerleihgabe im Städel, den Frankfurterinnen und Frankfurtern ist es vertraut. Vor fast genau einem Jahrhundert gemalt ist es in all seiner schillernden Farbigkeit, seiner Fragilität und Ambivalenz für mich so etwas wie das Sinnbild, ja das Auftaktbild der Weimarer Republik schlechthin – jener Goldenen Zwanziger, von denen wir heute wissen, dass weiß Gott nicht alles Gold war, was da glänzte. Während seiner Jahre in Frankfurt entwickelte Max Beckmann (1884–1950) nicht nur seinen charakteristischen Stil, sondern auch eine enge Verbindung zur Stadt, die durch zahlreiche Frankfurt-Ansichten, Selbstbildnisse und Porträts von Freunden und Bekannten belegt ist. Weit weniger bekannt ist, wie eng sein Schaffen, sein Aufstieg, aber auch sein Schicksal mit der Stadt Frankfurt verknüpft sind. Analyse und Interpretation 2.1.Bildbeschreibung 2.2.Interpretation 2.2.1. The exhibition illustrates Beckmann’s journey to become one oft he leading protagonistis of modern art. Nun hat das Museum das Selbstporträt, das bereits seit 2011 als Leihgabe zu sehen war, erwerben können. Max Beckmann malte das Selbstporträt in der Schweizer Straße, nur wenige Meter von hier entfernt – auch eine Metapher dafür, wie eng das Städel mit dem Schaffen des Künstlers verbunden ist? Ich bin sehr dankbar für diesen großen Zusammenhalt und die Zuversicht aller Beteiligten. Dieses Selbstbildnis ist sein drittes Selbstporträt nach dem Ersten Weltkrieg. Heute fehl... von Iris Schmeisser, Woher kommen die Kunstwerke im Museum? Eine Sternstunde sei es, wie der drei Jahre lang zäh um das Bild ringende Städel Direktor Philipp Demandt voller Stolz verkündet:„Das Selbstbildnis mit Sektglas“ ist nicht nur eines der bedeutendsten Gemälde unseres Hauskünstlers Max Beckmann, sondern auch eine Ikone des 20. Nach 1945 hat das Haus mit großem Engagement daran gearbeitet, die verloren gegangenen Gemälde Max Beckmanns zu ersetzen, durch Wiederankäufe oder Neuerwerbungen. Zahlreiche Frankfurt-Ansichten, Selbstbildnisse und Porträts von Freunden und Bekannten belegen seine enge Bindung an die Stadt, die er nach seiner erzwungenen Entlassung aus der Professur 1933 mit großem Bedauern verließ. In seinen Darstellungen demaskiert er die bürgerliche Vergnügungssucht der Nachkriegszeit, deren Oberflächlichkeit und übersteigerte Inszenierungsformen ihm wiederholt Anregungen lieferten. Von 1904 bis 1914 und von 1933 bis 1937 lebte der in Leipzig geborene Künstler in Berlin, aber auch in der Zwischenzeit war er oft hier, pflegte Kontakte und stellte hier aus. Formale Analyse 2.2.2. Eine groteske Erscheinung lacht im Hintergrund; wie ein Echo wiederholt sich die Fratze bedrohlich im Spiegel auf der linken Seite. sowie der Bundesrepublik Deutschland, © VG Bild Kunst Bonn, Foto: U. Edelmann, Max Beckmann, Die Synagoge in Frankfurt am Main, 1919, Städel Museum, Frankfurt am Main, erworben 1972 mit Mitteln der Stadt Frankfurt am Main und privater Spender, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: U. Edelmann, Max Beckmann, Frankfurter Hauptbahnhof, 1943, Städel Museum, Frankfurt am Main, erworben 1957, Eigentum der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: U. Edelmann, Max Beckmann, Stillleben mit Saxofonen, 1926, Städel Museum, Frankfurt am Main, Erworben 1927, beschlagnahmt 1936, rückerworben 1955 mit Mitteln der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: U. Edelmann, Max Beckmann, Hinter der Bühne (Backstage), 1950, Städel Museum, Frankfurt am Main, erworben 1989 mit Mitteln der Stadt Frankfurt am Main, der Hessischen Kulturstiftung und der Dresdner Bank, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: U. Edelmann, Max Beckmann, Der Strand (Am Lido), Öl auf Leinwand, Verbleib unbekannt. Fazit 4. Jahrhunderts. Warum gehören Beckmann und Frankfurt zusammen? Es war schließlich die Familie Lange selbst, die durch großzügiges Entgegenkommen den Weg für erste Anfragen an institutionelle Förderer, die Kulturstaatsministerin und die Kulturstiftung der Länder, geebnet hat. ), Foto: Städel Museum - Norbert Miguletz, Philipp Demandt bei der Präsentation von Beckmanns „Selbstbildnis mit Sektglas“, Foto: Städel Museum - Norbert Miguletz, STÄDELS BECKMANN / BECKMANNS STÄDEL. Für Städel-Direktor Philipp Demandt ist es ein "Sinnbild, ja das Auftaktbild der Weimarer Republik": Das "Selbstbildnis mit Sektglas" von Max Beckmann, 1919 gemalt. In Frankfurt wurde es geschaffen – in Frankfurt wird es nun bleiben: Max Beckmanns ikonisches „Selbstbildnis mit Sektglas“. Max Beckmann, Selbstbildnis Florenz (Self-portrait in Florence), 1907. Seit meinem Amtsantritt in Frankfurt war der Erwerb dieses Schlüsselwerks von Beckmann mein Herzenswunsch. The image’s titled perspective and sharp angles undercut its eroticism. Zum ersten Mal präsentiert er sich als eleganter Lebemann in einem Nachtlokal, wahrscheinlich in der Bar des Frankfurter Hofs. Direktor Philipp Demandt über eine der bedeutendsten Erwerbungen in der Geschichte des Städel. Zeit online bewundert, was der Modedesigner Martin Margiela alles mit einem Champagnerkorken anstellen kann. Abbildungsverzeichnis 5. Es wäre für mich nicht auszudenken gewesen, dass es uns eines Tages wieder verlässt. Max Beckmann, Eisgang, 1923, Öl auf Leinwand, 47,5 x 59,5 cm, erworben 1994 mit Mitteln der Kulturstiftung der Länder, der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung und anderer Spender. Rolle des Clowns bei Picasso 3. Max Beckmann hat sich schon als 15-Jähriger in einem Selbstbildnis dargestellt, und von da an durchzieht eine lange und dichte Reihe solcher Werke sein Schaffen. Erstmals widmet sich die Berlinische Galerie mit „Max Beckmann in Berlin“ einem Thema, das bisher im Kanon der vielen Beckmann-Ausstellungen ein Desiderat war. Jahrhunderts.